Laufen

Es ist erstaunlich, mit welcher Intensität sich die Boulevard-Presse dem Thema „Warum Marathon Laufen“ in den letzten Wochen gewidmet hat. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass intensive Lobby-Arbeit dahintersteckt, das Thema gezielt in die Medien zu bringen, so viele Artikel ranken sich in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen um das Thema Marathon.

Ich muss gestehen, ich stand auf Kriegsfuß mit dem Köln Marathon. Im Jahr 2013 hatte ich hier zuletzt teilgenommen und war ein wenig angenervt von der Organisation. Dass ist dem Köln Marathon 2016 trotz einer stattlichen Anmeldegebühr noch einmal eine Chance geben wollte, lag vor allem an meinem Bruder, den ich laufend unterstützen wollte, und natürlich meiner Liebe zur Stadt. Ganz herunterspülen konnte ich meinen Ärger allerdings nicht. 

Was für ein besch*sse*es Jahr, sportlich gesehen. Dauernd kam irgendwas dazwischen, mehr Arbeit, mehr krank, mehr weniger Zeit, mehr alles, was weniger Sport nach sich zieht. Das ist nicht das, was ich mir unter kontinuierlicher Leistung vorstelle. Dementsprechend habe ich in diesem Jahr keine Ziele gestämmt, im nächsten Jahr soll das anders werden. Verschiebung der Ziele um praktisch ein Jahr. Na toll. Dabei bin ich eigentlich kein Mensch für gute Vorsätze zum Jahresende, jetzt zwangsweise doch.

Da ist es nun wieder geschehen. Monate ohne Updates, Monate, in denen viel Wasser den Rhein, die Elbe und sonst ein Flüsschen heruntergeflossen ist und in denen nicht besonders viel Erwähnenswertes passiert wäre. Die sportlichen Ziele 2014 haben alle Bestand gehabt. Trotz mehrfacher Verschiebung und immer wieder inneren Zweifeln ist der erste Triathlon in knapp 2:45 über die Bühne gegangen und mir schwer in den Knochen hängengeblieben. Besonders das Schwimmen hat mich geschafft – aber gut, davon war auszugehen, bereits im Training.

Wenn es regnet, ist das ärgerlich für jeden Veranstalter von Volksläufen. Klar, da kann man nichts machen. Das Publikum ist nicht mehr motiviert, stundenlang die ihnen größtenteils unbekannten Läufer anzufeuern, geschweige denn, die Strecke auch an vom Start entfernten Punkten zu säumen. Dass die übrigen Zuschauer selbst im Start- und Zielbereich allerdings so wenig „klatschfreudig“ waren, verwunderte dann doch.

Da ist er dahingegangen, mein Sportkopfhörer von Sennheiser im giftigen Grün. Besonders ärgerlich ist, dass eigentlich nur der Stecker defekt war, ganz offensichtlich lag ein Kabelbruch vor. Und noch ärgerlicher ist, dass das Teil eine iPod-Steuerung hat, die ich für meinen iPod- Shuffle 3rd Generation benötige, der sich sonst gar nicht steuern lässt. Wenigstens einen LötVersuch wollte ich mir geben, mit Erfolg.

Der KölnMarathon 2013 ist gut gelaufen. Genau genommen bin ich gut gelaufen. Hat es am Morgen noch wie aus Kübeln geschüttet (gut, die Wahrnehmung ist immer etwas subjektiv, wenn man die eigene Laufstrecke schon im Regen versinken sieht), so zeigte sich zwar nicht die üppige Sonne, aber es blieb trocken. Nur windig war es. Da konnte man seinen Ärger über den Veranstalter direkt kühlen…

Bei meinen fast täglichen Streifzügen durch die digitale Lauflandschaft bin ich auf den Artikel der Webseite drunkcyclist.com gestoßen: 10 Reasons Why Running Sucks. Als auch begeisterter Läufer und Radfahrer muss ich jetzt mal Partei fürs Laufen ergreifen und erläutern, warum Laufen eben doch Spaß macht und es keinen Grund gibt, keine Lust zu Laufen zu haben.

Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Mit 1:36:18 hatte ich beim Halbmarathon 2009 ebenfalls in Leverkusen meine bisherige Bestzeit vorgelegt, deren Erreichbarkeit ich 2010 auf die Probe stellen musste, dann aber mit ungeahnten Magenkrämpfen höchstens Rekorde beim Sprint zur heimischen Toilette aufstellte. 2011 war ich terminlich verhindert. 2012 sollte es nun soweit sein: Die 1:36 sollten fallen. Und sie fielen, aber wie. 

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